H10 - Bohrloch-Hohlraum, Abschottung und Angleichzeit

Je nach Beschaffenheit des Mauerwerks und Größe des Messfühlers wird ein Bohrloch von ca. 10-12 mm Durchmesser erstellt. Danach sollte das Bohrloch sauber gebürstet werden. Nach Einsetzen des Fühlers wird der Hohlraum zum Raum hin abgeschottet. Messgerätehersteller liefern hierfür z. B. speziell geeignete Knetmasse.

Falls sich die Messwerte im Bohrloch-Hohlraum weitestgehend stabilisiert haben, das ist in der Regel nach ca. 15-30 Minuten der Fall, können Sie die HOLD-Taste Ihres Messgerätes drücken und den Wert der relativen Luftfeuchte und der Lufttemperatur in die Software eingeben.

Im Nachfolgenden sind die Voraussetzungen für hygrometrische Messungen im Baumaterial aufgeführt, die beachtet werden müssen:

  1. Rechtliche und fachliche Abklärung, Absicherung, Unbedenklichkeit vor Bauteil-Öffnung. Zusätzlich Abstimmung mit Nutzer und Gebäude-Eigentümer.
  2. Salzbelastungen können das Messergebnis verfälschen. Im Zweifel müssen der Salzgehalt und die Salzart ermittelt werden, um am Ergebnis die weitere Vorgehensweise auszurichten (siehe auch Hygroskopische und baustoffzerstörende Salze).
  3. Die Bohrloch-Erwärmung muss abgeklungen sein. Säuberung des Bohrlochs (Staub ausbürsten oder absaugen).
  4. Vorsichtiges Einsetzen des Fühlers, dann dampfdichte Abschottung des Hohlraums zur Raumluft.
  5. Mess-, Angleichzeit: empfohlenes Minimum: 15 Minuten. Tatsächlich notwendige Zeit richtet sich nach Situation vor Ort und Aufgabenstellung.
  6. Hilfsmittel (z. B. Knetmasse) dürfen keine zusätzliche Feuchte in den Hohlraum einbringen.
  7. Fühlerspitze des Hygrometers sorgsam behandeln. Einige Hersteller bieten spezielle Fühlerspitzen für die Bauteil-Anwendung (z. B. mit Sinterkappen oder spezielle, dünne und robuste Fühler).

 

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