H04 - Hinweise zur Grafikausgabe

1. Die maximale Differenz der Innenfeuchte:

Separat ausgegeben wird die maximale Differenz der Innenfeuchte (gleich oben in der Überschrift des Diagramms). Es handelt sich um den Luftfeuchteunterschied zwischen dem Messort mit dem größten Feuchtegehalt (steht jeweils ganz links im Diagramm) und dem mit dem geringsten (steht jeweils ganz rechts im Diagramm). Bis zu einem maximalen Differenzwert von 1 g/kg tr.L. kann zumeist von einem geringen Unterschied ausgegangen werden, der evtl. auch auf Messungenauigkeiten basieren oder sonstige Gründe haben könnte. In der Regel ist es so, dass ab einer Differenz von 1,5 g/kg mittlere und über 3 g/kg sogar hohe Auffälligkeiten vorliegen. Das heißt, dass es mittlere bis hohe Luftfeuchte-Unterschiede in der Wohnung gibt, die es wert sind, näher untersucht zu werden. Man sollte dann genau die Grafik mit den einzelnen Messorten auswerten.

2. Unterstützung zur Feuchtequellen-Findung:

Genau wie bei der Einzelauswertung (Gegenüberstellung innen/außen) wird hier auch die absolute Luftfeuchte x berechnet. Weitere Ausführungen hierzu unter: Hinweise zur Einzelausgabe hinsichtlich des Feuchtevergleichs. Dies geschieht für alle angewählten Messorte. Außerdem erfolgt eine grafische Gegenüberstellung. Die visuelle Ausgabe erfolgt durch die Abbildung der Luftfeuchtewerte x verschiedener Innen-Messorte im Vergleich zueinander und im Vergleich zu außen. Aus der Grafik erkennt man also schnell die Unterschiede der einzelnen Raumfeuchtewerte (Messorte) in Bezug zur Außenfeuchte und - das ist hier das Wichtigste - die Unterschiede der Messorte zueinander (vgl. Abb.1). Bei Beachtung der Lüftungs-Vorprozedur und des Raumklima-Vorabschecks (Buch-Tabellen T8.050 + T8.060) kann man zumeist gute Rückschlüsse und Hilfen aus der Grafik erhalten. Der Differenzwert von x zeigt dann unterschiedliche Verdunstungsprozesse der einzelnen Messorte auf. Dies hilft bei der Findung von Feuchtequellen und der Unterstützung im Gespräch mit dem Wohnungsnutzer.

3. Indirekte Aussagen zur Diffusion:

Das Programm ist kein Diffusions-Berechnungsprogramm. Dennoch können die Differenzwerte der verwendeten absoluten Feuchte x recht gut für indirekte Diffusionsaussagen genutzt werden:

A. Es besteht eine Proportionalität zwischen der Wasserdampf-Diffusionsstromdichte g (Luft) und dem Wasserdampf-Partialdruck-Unterschied zweier Luftzustände (Berechnungsgleichungen siehe u.a. DIN 4108-3, DIN EN ISO 13788, DIN EN ISO 12572).

B. Auch der Luftfeuchte-Unterschied dx errechnet sich aus dem Wasserdampf-Partialdruck-Unterschied (siehe auch Berechnungsgleichungen unter Hinweise zur Einzelausgabe hinsichtlich des Feuchtevergleichs) und ist nahezu proportional zu diesem.

Hohe Luftfeuchte-Unterschiede sprechen daher für hohe Massenstrom-Bewegungen aufgrund von Diffusion oder wenigstens für ein hohes Diffusionspotential. Beim Beispiel (es wurden 2 beliebige Messorte aus einer Messreihe herausgezogen) ist es so, dass ein recht hoher Luftfeuchte-Unterschied von 2,9 g/kg besteht.

Man kann daher davon ausgehen, dass es zu einem Wasserdampf-Massenstrom vom Bad zum Schlafzimmer kommen könnte, wenn z.B. die Türen geöffnet werden. Der Schimmelpilz an der Außenwand des Schlafzimmers kann aufgrund dieser potentiellen Diffusions-Richtung und aufgrund einer Taupunkt-Unterschreitung im Schlafzimmer entstehen. Das Verhältnis der Diffusionsstromdichte g (g/m2h) zum Luftfeuchte-Unterschied dx (g/kg tr.L.) beträgt ca. 0,11 (siehe Tab. unten). Man kann dies aber nicht als allgemeingültigen Umrechnungsfaktor verwenden, sondern nur als sehr groben Anhalt.

Der Einfluss des Luftdrucks: Es ist es so, dass der rechnerische Einbezug des tatsächlichen Luftdrucks das Diffusions-Potential beeinflusst. Beim oben gezeigten Beispiel zwischen Bad und Schlafzimmer erhöht sich die Diffusionsstromdichte g(Luft) und der Luftfeuchte-Unterschied dx, bei einem geringeren Luftdruckwert (siehe auch Tab. unten und Hinweise zum Luftdruck).

Copyright Dipl.-Ing. Jens Bellmer www.direkthilfe-schimmelpilz.com