H06 - Hinweise zum Luftdruck

 

1. Eingabe

In der Hauptprogramm-Maske können Sie oben rechts den tatsächlichen Luftdruck eingeben. Es handelt sich um den absoluten und nicht um den relativen Luftdruck. Zumeist reicht die Voreinstellung (1000 hPa) für die praktische Gebäudeanalyse vor Ort aus. Exakte Luftfeuchtewerte können jedoch nur mit dem während der Messung vorherrschenden Luftdruck ermittelt werden.

2. Angabe und Verwendung des absoluten Luftdrucks

Bei Wetterämtern oder mittels einfacher, handelsüblicher Barometer für den Privatgebrauch (sogenannten „Wohnzimmer-Wetterstationen“) wird zumeist nur der relative Luftdruck angegeben (angezeigt). WICHTIG: Es handelt sich hier aber um den tatsächlichen, absoluten Luftdruck, der vom Programm verarbeitet wird und auf modernen Luftdruck-Messgeräten (siehe Abbildung) auch angezeigt wird.
Der Luftdruck ist im Programm standardmäßig auf einen Vorgabe-Festwert von 1000 hPa voreingestellt. Dies entspricht einem (für Deutschland) zumeist ausreichenden Voreinstell-Wert, wenn es um praktische Vorort-Messungen geht.
Beachten Sie jedoch die weiteren Ausführungen.

3. Exakte Luftfeuchtewerte können nur mit dem während der Messung vorherrschenden Luftdruck ermittelt werden

Der Taupunkt, der aw-Wert und die direkten, textlichen schimmelpilzbezogenen Bewertungen sind rechnerisch unabhängig vom Luftdruck. Eine rechnerische Abhängigkeit besteht jedoch für die absolute Luftfeuchte x, für den Differenzwert zwischen verschiedenen absoluten Luftfeuchtewerten, für die textliche Bewertung des Feuchteunterschiedes und für die textliche Lüftungsempfehlung. Für die praktische Hilfe und Lenkhilfe zur Findung von Feuchtequellen während der Gebäudeanalyse, ist der Voreinstellwert von 1000 hPa zumeist ausreichend. Falls Sie aber mit den Luftfeuchtewerten weitere, exakte Berechnungen durchführen wollen und falls für den Vergleich die tatsächlich vorliegenden Feuchtepotentiale ermittelt werden sollen, muss der real vorliegende Luftdruck verwendet werden (siehe auch Hinweise zur Grafikausgabe). Die Grafik-Kurven (innen, außen) haben auch bei vom Festwert abweichenden Luftdruckwerten die fast gleiche Charakteristik. Trotzdem besteht natürlich bei Eingabe des vorherrschenden Luftdrucks der Vorteil der exakten Werteausgaben.

4. Für eine Messreihe keine unterschiedlichen Werte

Klicken Sie rechts oben im Eingabebereich auf [Bearbeiten] und geben den gemessenen Wert ein. Während das Programm geöffnet ist, wird der gewählte Luftdruck-Wert auch für neue Messorte beibehalten (vorgegeben). Er wird nur geändert, wenn Sie Ihn bewusst auf einen neuen Wert setzen. Wenn Sie innerhalb einer Messreihe, für verschiedene Räume, unterschiedliche Luftdruckwerte eingeben wollen, wegen eventuellem Wetterumschwung, Sturm etc., dann sollten Sie dies bewusst nicht tun und die Messung bei recht stabilen Luftdruckwerten (Änderung ≤ 3 hPa) durchführen. Die Messung wäre ansonsten nicht ausreichend für die Bewertung. Falls Sie einen vom Vorgabe-Festwert abweichenden Luftdruck für die Eingabe wählen, wird davon ausgegangen, dass dieser gewählte Luftdruck während dieser einen Messreihe konstant bleibt. Dieser neue Wert muss dann auch für alle Räume/Messorte der Wohnung einheitlich verwendet werden. Das Programm hilft hier, indem es den geänderten Wert auch für den nächsten Messort der Messreihe eingestellt lässt. Wichtig: Falls Sie nach der Eingabe und Speicherung, Messorte mit unterschiedlichen Luftdruckwerten in die Grafik einladen, verweigert das Programm aus o. g. Gründen die Grafik-Auswertung. Achten Sie daher darauf, dass für eine Messreihe der Luftdruck nicht mehr als 3 hPa schwankt. Falls Sie einen neuen Raum oder Hohlraum eingeben, wird für innen und für außen vom gleichen Luftdruck ausgegangen, der in der Regel, bedingt durch konvektiven Luftaustausch, auch so besteht. Das Programm lässt hier nur eine Angabe zu. Falls es spezielle Räume zu messen gibt, in denen ein großer Unter- oder Überdruck (> 3 hPa) gegenüber außen besteht, könnte es sein, dass die Messung nicht aussagekräftig genug ist. Wenn Sie das Programm schließen und erneut öffnen, ist der Luftdruck wieder auf dem Standardwert voreingestellt.

5. Höhenabhängigkeit des Luftdrucks und Messung

Der hier verwendete absolute Luftdruck ist abhängig von der Höhenlage Ihres Messortes über dem Meeresspiegel und vom Wettergeschehen. Beispiel: Ein Ort wie Aachen liegt ca. 200 m über dem Meeresspiegel. Hier wird der absolute Luftdruck, abhängig vom Wettergeschehen, um den Wert von 989 hPa herum schwanken (siehe Tab. unten). Ein höher liegender Ort wird dabei einen niedrigeren, mittleren Luftdruck aufweisen, da dieser mit zunehmender Höhe abnimmt. Er ist mit einem modernen, digitalen Luftdruckmessgerät ganz einfach messbar. Falls Sie kein Absolut-Luftdruck-Messgerät zur Hand haben, könnten Sie nach Klärung der Messorthöhe über Meeresspiegel zumindest den ungefähren Luftdruck-Mittelwert für die Programm-Eingabe wählen (siehe Tabelle). Für den Beispiel-Messort könnte man 989 hPa in das Programm eingeben. Eingabe wie unter Punkt 1 und Punkt 4 beschrieben. Exakte Werte jedoch nur durch Messung.


6. Standard-Wert:

Falls Sie (fast) alle Messungen auf einer bestimmten Höhe ü. NN durchführen und Sie die Höhe auch kennen, dann sollte man den Luftdruckwert einmal in die Blanko-Excel-Datei eingeben und dann diese abspeichern. Sie haben so den Vorteil nicht immer den standardmäßig eingestellten Vorgabewert von 1000 hPa (gilt für eine Durchschnitts-Höhe von 111 m ü. NN) abändern zu müssen. Bei jedem neuen Programmstart ist dann der neue, individuelle Standard-Vorgabewert eingestellt. Trotzdem können natürlich weiterhin durch das Wettergeschehen Abweichungen von diesem mittleren Vorgabe-Wert entstehen. Für exakte Ergebnisse ist für jede Messreihe eine Luftdruck-Messung unerlässlich. Der exakte Luftdruckwert kann und soll dann natürlich auch immer noch eingegeben werden..

Copyright Dipl.-Ing. Jens Bellmer www.direkthilfe-schimmelpilz.com